Was ich diese Woche erfahren habe - Von Körpergefühl bis Philosophie



(Sorry! Wegen Krankheit lag dieser Bericht jetzt schon länger auf der Festplatte herum und ich komme jetzt erst zum posten)

Diese Woche hat mich das Thema ‚Körpergefühl‘ in den Bann geschlagen, aber auch sonst gab es einige Gedankengänge, de ich mit Euch teilen möchte. Letztlich ist ein ganz schön langer Text zusammengekommen, also ganz viel Spaß beim Lesen.

Fangen wir gleich mit dem Hauptthema an. Wer fühlt sich schon wohl in seiner eigenen Haut?
Ich kenne keine einzige Person, die sagt „Ja! Ich freue mich, wenn ich in den Spiegel schaue, das macht mich fröhlich und zufrieden. Ich bin völlig mit mir und meinem Aussehen im Einklang.“ Stattdessen höre ich von überall den Fat Talk. Ihr kennt ja alle diese Sprüche! Aber es bezieht sich nicht immer lediglich aufs Gewicht, sondern auch auf unsere zu beklagenden Eigenschaften oder die ersten Alterserscheinungen.

  • ‚Mein Hintern wird immer fetter!‘
  • ‚Schau mal, was für Falten ich bekommen habe!‘
  • ‚Ich bin solch ein Trampeltier!‘

Psychologen meinen jetzt, dass wir so negativ über uns sprechen, weil wir meinen, wir müssten es tun, um sympathisch zu wirken. Doch müssen wir uns ständig selbst erniedrigen, um zu beweisen, dass wir nett sind?  Ich finde das nicht richtig! Und noch schlimmer ist, dass es sogar in unseren Sprichwörtern verankert ist, wie in ‚Eigenlob stinkt‘. Ein gesundes Maß an Lob, das man sich selbst gegenüber erbringt, ist meines Erachtens keinesfalls verkehrt. Außerdem, was senden wir für eine Botschaft in die Welt, wenn wir so negativ über uns sprechen? Wie fühlt sich unser Gegenüber tatsächlich, wenn wir so über uns selber reden? Was für ein Vorbild sind wir für Kinder, wenn wir ständig signalisieren, dass wir vollkommen unzufrieden mit uns sind?
So habe ich eine Freundin, die zu den ‚anerkannten Schönheiten‘ gehört (würde sie jetzt sicher bestreiten – das gehört sich ja anscheinend auch so). Doch als sich dann vier Kilogramm mehr auf ihrem schmalen Körper verteilt hatten, nahm das Drama seinen Lauf. Ich dachte nur, wenn sie jetzt schon solch einen Schock erleidet und sich so niedermacht, was soll ich dann erst sagen? Schließlich war sie immer noch ein Püppchen mit Hang zum Untergewicht! Wenn sie so fies über sich denkt, wie denkt sie dann wirklich über mich? Was denkt mein Umfeld? Da mein Gewicht ja ständig stark fluktuiert, weiß ich nicht, wie viele Kilos uns damals unterschieden, aber es war kein schöner Moment.
Ihr kennt es sicher auch, oder? Wenn Frauen, die Ihr schön findet, ständig an sich selbst herumkritteln und man nur denkt ‚Gott, ich wäre froh so auszusehen. Wo liegt eigentlich dein Problem?‘. Daher finde ich nicht, das Fat Talk unbedingt sympathischer macht. Zumindest in meiner Gegenwart kann man damit nur schwer punkten. Viel mehr freue ich mich, wenn andere mit sich zufrieden sind.
Und wenn man unbedingt über sich selbst vor anderen lästern muss, dann doch bitte mit einem frechen Zwinkern, wie Edith Piaf es tat. Diese gab zwar an, zu kleine Hängebrüste, einen breiten Hintern und hängende Pobacken zu haben, aber im gleichen Atemzug erwähnte sie, dass sie trotzdem noch jeden Mann haben könne.



Ich habe die Doku ‚Embrace‘ gesehen und wenn es bei mir ein Gefühl ausgelöst hat, dann ist es schiere Dankbarkeit. Ich bin so dankbar, dass ich einen gesunden Körper habe! Ich bin so unglaublich dankbar! Und wir sollten alle viel dankbarer sein. Dies ist unser Raumanzug für das Leben auf diesem Planeten! Leute! Wir haben nur einen davon! Und den sollten wir gut behandeln, auch wenn wir ihn nicht (im übertragenen Sinne) in Plastik packen sollten, wie andere ihre Möbel, damit diese nur nicht abgenutzt werden. Er ist schließlich da, damit wir uns austesten und Erfahrungen machen können! Dabei kommt es auch mal zu Beulen und Schrammen – denn so ist das Leben! Vor allem aber können wir durch unseren Körper genießen! Sei es die Sonne, den Wind auf der Haut, eine zärtliche Berührung oder leckere Köstlichkeiten. Ja man mag es kaum glauben, aber auch Essen gehört zu den sinnlichen Highlights.
Und dann stolperte ich auch noch über einen Blogeintrag. Dieser handelte über den negativen Blickwinkel, den (Print-) Medien auf Frauenkörper haben. Statt das sich Frauen gegenseitig Stärke geben, fallen Worte wie ‚Beulenpest‘ bei Cellulitis oder ‚Schenkelschande‘. 
Es wird ganz deutlich ein vollkommen anderer Maßstab bei der Berichterstattung gesetzt, wenn über Männer oder Frauen geschrieben wird. Bei Frauen konzentriert sich das Medieninteresse auf die Makel, die Fehler, die Abstürze, während bei Männern der Fokus auf den glanzvollen Momenten einer Preisverleihung oder nach einem Entzug liegt. Blättert doch spaßeshalber eine dieser Promiklatschzeitungen durch, wie oft werden dort Männer an den Schönheitspranger gestellt und wie viele Frauen? 
Ist es nicht entsetzlich, dass gerade wir Frauen uns diesen Optimierungszwang antun? Denn sind wir ehrlich, würden wir nicht danach lechzen, unvorteilhafte Promifotos zu sehen und böse Kommentare zu lesen, würden die Medien ganz schnell reagieren. Es geht schließlich um Geld und sie könnten es sich nicht leisten, auf ihrem menschenverachtenden Schund sitzenzubleiben. Wir sind halt selbst Schuld an dem Dilemma. Die Zeitschrift ‚Brigitte‘ wollte nur noch ‚normale‘ Frauen für Modeaufnahmen ablichten, aber schlagartig gingen die Verkaufszahlen zurück und so sind heute auch wieder Profi-Models auf den Seiten zu sehen.
(Nebenbei angemerkt,  durchschnittlich finden Frauen eine andere Frau attraktiv, wenn sie vier Kilo weniger auf den Rippen hat, als die Frauen, die von Männern als attraktiv bewertet werden!)
Nennt mich verblendet, aber wann immer mir meine Tante (die zu den regelmäßigen Leserinnen dieser Magazine gehört) so einen Schwung Klatschzeitschriften gab, blätterte ich sie durch, und hatte mir nicht einmal etwas dabei gedacht. Worte und Bilder sind einfach so an mir vorbeigerauscht, ohne hinterfragt zu werden! Ein bisschen erschreckend, was man einfach so zwischendurch konsumiert.
Ich muss gestehen, dass ich auch schon mit Freundinnen nach Stars ohne Make-up gesurft habe. Aber nicht, um mich über diese lustig zu machen, sondern um zu begreifen, dass sie auch nur Menschen sind. Letztlich, um aufzuzeigen, was für ein Potential in einem selber schlummert und das ganz schnell in hellstem Licht erstrahlen könnte, wenn man einen ganzen Stab beschäftigt hätte, der sich nur darum kümmert einen hübsch zu machen.
Photoshop verunsichert, und da finde ich es wichtig, dass diese perfekten Götter- oder Alienwesen, sich auch mal mit ihren Makeln präsentieren (oder präsentiert werden), aber das sollte in einem anderen Ton geschehen. Eher: ‚Oh, schaut mal, auch sie, die wir alle anbeten, ist eine ganz normale Frau! Wenn sie selbstbewusst ihren Weg gehen kann, dann kannst du das auch!‘. Stattdessen werden diese Bilder voller Gehässigkeit kommentiert und betitelt. Sollte nicht auch hier gelten, wer frei von Schönheitsfehlern ist, der werfe den ersten Stein?
Im Namen der Schönheit ist schon so viel Übles passiert, dass ich mich darüber schon oft aufgeregt habe und vermutlich wird es auch in Zukunft noch mehrfach der Fall sein. So hängten die Mayas ihren Babys schon Gegenstände zwischen die Augen, damit sie dieses ‚attraktive‘ Schielen bekamen. Wir alle kennen die Fotos von den grausam verkrüppelten Lotosfüßen, der chinesischen Frauen. Frauen ließen sich in Korsetts einschnüren und nahmen dafür Ohnmachtsanfälle in Kauf. Und wer den den ganzen Tag auf High Heels unterwegs war, der weiß, wie Füße schmerzen können.
Was wir mehr in der Presse benötigen, sind positive Motivationen! Statt das wir an uns heruntersehen und denken: ‚Mein Gott, meine Schenkel sind echt eine Schande.‘
Ich kann es nur immer wieder betonen, dass ich den Selbstwert als das Wichtigste im Leben betrachte, weil man ohne ihn seine Gesundheit vernachlässigt, nicht mehr die Kraft aufbringt, gegen eine Krankheit zu kämpfen oder sich genügend zu pflegen. Man sollte tatsächlich alles machen, um Menschen mehr Selbstwert zu schenken, statt es ihnen zu rauben! Es ist doch einfach unglaublich, was wir uns als Gesellschaft gegenseitig antun!
Aber das ist kein neues Phänomen, denn schon die Pompadour (Sie war die überaus intelligente Mätresse des französischen Königs) empfand das es unverzeihlich sei, wenn Frauen einander als hässlich bezeichneten. Ganz besonders unter Freundinnen verärgerte es die Pompadour.
Wo soll das hinführen, wenn heute jede zehnte Schwangere, bereits Essstörungen entwickelt. Weibliche Fitnessgurus kurz nach der Geburt mit ihren Kinder posieren mit einem Spruch wie ‚Und was ist deine Entschuldigung?‘ Man muss sich doch wohl nicht dafür entschuldigen, nach einer Geburt nicht sofort wieder in seine Sachen zu passen. Hier wurde gerade ein neuer Mensch geboren und das heißt für den Körper der Mutter Schwerstarbeit und eine psychische Belastung. Hauptsache Mutter und Baby sind gesund und können sich an ein Leben zusammen entspannt gewönnen.
Nicht das das hier falsch rüberkommt. Ich bin durchaus dafür, dass Menschen versuchen, das Beste aus sich herauszuholen und man Schönheitsmakel durchaus auch operativ in Angriff nehmen kann. Bei der berühmten Autorin Alice Walker (Die Farbe Lila) fand ich es nur richtig. Ihr Bruder hatte ihr als Kind mit einem Luftgewehr aufs Auge geschossen, sodass sie erblindete. Die nächsten Jahre waren für sie ein reiner Gang durch die Hölle, bis sie durch eine Augen-OP ihr Selbstbewusstsein wieder richten konnte. Erst diese Veränderung gab ihr den Mut wieder unter Menschen zu gehen und die Schule zu beenden.
Schon in den 70er Jahren stellte man fest, dass es zwei Arten von Patienten gibt, die sich für die Schönheit unters Messer legen wollten. Einmal jene, die wirklich unter einem Makel litten und jene, die keinen Selbstwert hatten. Die, die nur diesen einen Makel behoben haben wollten, erblühten danach, die Persönlichkeit änderte sich oft drastisch, während die anderen Patienten neue Bereiche ihres Körpers fanden, mit denen sie nicht zufrieden waren und so zu Dauergästen bei den Schönheitschirurgen wurden.
Link zum Blogeintrag: https://pinkstinks.de/beulenpest-und-schenkelschande/


Nun aber zu einem anderen erfreulicheren Thema – Wir erstarren viel zu wenig in Ehrfurcht und sollten wieder lernen, wie Kinder zu staunen. Uns mal wieder ganz klein fühlen beim Anblick des Universums, beim Betrachten eines Kunstwerkes oder der Schönheit der Natur. Es eröffnet uns neue Perspektiven.
Ich bekomme dieses Gefühl von Ehrfurcht in manchen Kirchen oder beim Betrachten von Schlössern. Manchmal auch, wenn ich vor besonders alten Bäumen stehe.
Meine Mutter fühlt Ehrfurcht, wenn sie von einem Berggipfel ins Tal sieht und ganz besonders einprägsam war dieses Gefühl beim Besuch von Pompeji. Diese Wagenspuren ... so alt. Auch damals lebten Menschen, so wie wir jetzt.
Das Gefühl soll eine Wohltat sein, wenn wir begreifen was alles unsere Lebensspanne überdauert. Klar ist es auch etwas beängstigend, aber anderseits scheint eine Last von den Schultern zu gleiten. Wenn man erst einmal begreift, dass man ein Rädchen in einem viel größeren Uhrwerk ist, nimmt man vieles nicht mehr ganz so ernst.
Genau das macht uns nachweislich auch großzügiger. Vielleicht weil wir verstehen, dass wir letztlich nicht das Zentrum des Universums sind, sondern Teil von etwas, das viel größer ist als wir selbst.
Dieses Gefühl soll unter anderem die Doku ‚Planet Earth‘ von der BBC auslösen. Ich kann so etwas ja leider nicht ertragen, weil ich zu sensibel bin, für dieses ganze ‚Fressen und gefressen werden‘. Wer damit aber keine Probleme hat, der sollte es sich ansehen. Vielleicht heilt es ja ein Gefühl, dass sich in der Brust zersplittert angefühlt hat.



Die Mutter von der legendären Opernsängerin Maria Callas sagte, dass ihre Tochter bei einem Sturm zur Welt gekommen sei, und sah es dann später, als ein Vorzeichen für all die Stürme, die Maria mit ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit entfachen sollte.
Als Bette Davis geboren wurde, hieß es, dass es ein Gewitter gegeben habe. Jeden den man später danach befragte, sagte jedoch, dass man sich nicht erinnern könne. Bette Davis hingegen nahm es gelassen und meinte, dass es immer Leute im Leben geben würde, die einem die Gewitterstürme nehmen wollten. Sie jedenfalls, war überzeugt sich daran zu erinnern.
Ich mag diese Art von Geschichten, egal, wie unglaubwürdig sie auch sein mögen.
So behauptete Oscar Wilde, eine Fee an seiner Wiege gesehen zu haben und Leonardo da Vinci hatte angeblich einen ganz ähnlichen Besuch an seinem Babybettchen, nur war es bei ihm ein Vogel. Was vielleicht ein wenig rationaler klingt, als der Besuch aus dem Märchenwald.
Eigentlich steht das jetzt im krassen Gegensatz zu dem Ehrfurchtsgedanken zuvor, geben diese Legenden unserem Leben einen besonderen Twist. Vielleicht müssen wir einfach beides spüren – dieses Gefühl einzigartig und besonders zu sein und dann wieder nur ein kleines Licht in einem Universum voller Lichter.
Bei meiner Geburt soll jedenfalls hoch Schnee gelegen haben und ich mag diesen Teil meiner Geschichte noch immer.


Ihr wisst, ich mag Exzentriker und wenn sie dann noch weiblich (im besten Falle noch skandalös sind), dann muss ich mich unbedingt mit ihnen beschäftigen. Momentan ist es immer mal wieder Lola Montez.
Ich weiß, sie ist sicher nicht die Sympathischste unter der Sonne gewesen, wenn sie mal wieder ihre Peitsche knallen ließ, aber ich musste ihr ja auch nicht begegnen. Dafür hat sie reichlich interessante Geschichten über sich hinterlassen.
Wer von Lola Montez noch nichts gehört hat, dem sei gesagt, dass sie eine Irin war, die in Indien aufwuchs. Letztlich hat sie sich als Erwachsene, die Identität einer Spanierin gegeben und ist als Tänzerin aufgetreten. Später im Leben schrieb sie einen Schönheitsratgeber und wurde zu einer feministische Rednerin. Und ganz nebenbei erwähnt – das Land Bayern hat sie gehasst. Warum? Na, der König ist für sie lichterloh in Liebe entbrannt.
Ich mag die Anekdote, die es über das erste Treffen gibt, auch wenn es natürlich nicht historisch korrekt belegt ist - schließlich war niemand dabei.
So soll Ludwig I. von Bayern sie gefragt haben, ob ihr Busen echt sei. Daraufhin griff sie nach einem Brieföffner, schnitt sich beherzt das Korsett auf und präsentierte ihre prallen Wahrheiten. Wenn man dabei Lola Montez Temperament bedenkt, hat sie die Schnüre sicher mit einem Ruck aufgeschlitzt. Warum eigentlich ein Brieföffner? Sie hatte doch nicht allzu lange, vor diesem Treffen, einem Gentleman öffentlich bewiesen, dass immer ein Dolch griffbereit in ihrem Strumpfband steckte.
Nach dieser Audienz wurde sie in München zum Pausenfüller, lustiger Weise bei einem Stück, welches den vielversprechenden Namen ‚der verzauberte Prinz‘ trug.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass eine Autorin eine schöne Lüge, der Wahrheit vorziehe. Eigentlich geht mir dieses Denken gegen den Strich, aber hier, will ich die schöne Lüge auch vorziehen.
Einst kursierte die Geschichte von Oscar Wilde, der in London, mit einer Lilie in der Hand über den Piccadilly flaniert sei. Als man ihn fragte ob das Gerücht stimme, war der Dandy erfreut über die Mythenbildung und meinte, dass es das eine sei, etwas zu tun, aber die Menschen glauben zu machen, man habe etwas getan, sei ein Triumph.
Lola verstand es, genauso gut wie Oscar, aus ihrem Leben einen Mythos zu machen.
Ludwig I. schrieb jedenfalls an einen Freund, er fühle sich wie der Vesuv, der schon erloschen galt und dann doch wieder ausgebrochen war. Der König war so richtig verliebt. Das volle Programm, mit Schlafmangel und Appetitlosigkeit.


Ich beschäftige mich jetzt mit Philosophie. Es tut mir Leid, aber es war mir bisher immer zu hoch. Ich fand es spannend, wenn es mal nett aufbereitet war, aber die meiste Zeit, verstand ich nichts. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht nur an mir liegt, sondern an den Philosophen selbst, die sich mit ihrem Schreibstil versuchen abzusetzen und so auch immun gegen Kritik zu machen.
Ich habe es mir jetzt jedenfalls als Aufgabe gestellt, mir dieses rätselhafte Land der Philosophie zu erschließen, und ich nehme euch ein wenig mit auf meiner Reise.
Philosophie ist die Suche nach der Wahrheit auf dem Feld der Ideen. Und dann kommt noch dazu die Wahrheit, diese Idee zu definieren. Wie zum Beispiel ‚Was ist Schönheit?‘ Ihr wisst es in Euch, könnt sagen, was ihr schön empfindet, aber eine richtige Definition? Das wird schwer und dann muss man sich dabei auch noch hinterfragen, ob das die eigene Definition von Schönheit ist, oder ob wir sie nur übernommen haben, weil unsere Umwelt (angefangen bei Mama und Papa) es immer wiederholten.
Unser Weltbild kommt nämlich nicht von uns, wir nehmen es in uns auf. So wie Luft.
Gut, habt Ihr es verstanden? Falls nicht, ist es nicht schlimm, weil ich es auch noch nicht vollständig begriffen habe.
Jedenfalls bin ich wohl der Philosophentyp Skeptiker. Ich glaube nicht an die eine ‚Wahrheit‘, und ich würde auch einen Teufel tun und danach suchen (weil ich nicht nach etwas suchen würde, an das ich partout nicht glaube). Vielleicht disqualifiziert mich diese Einstellung aber auch sofort als angehender Philosoph. Keine Ahnung, wie gesagt, es ist nicht einfach. Ich glaube jedenfalls nur an die persönliche Wahrheit und ja, ich liebe es mir selbst auf die Schliche zu kommen. Wie jetzt zum Beispiel mit diesen frauenverachtenden Magazinen.
Für mich ist alles eine Frage des Standpunktes. Für alles kann man gute Argumente finden, wenn man offen ist und nicht gleich alles niederschreit. Meist enden ja solche Diskussionen immer böse. Vielen der besprochenen Dingen gegenüber, können wir einfach nicht gleichgültig genug sein, um sie nicht zu verteidigen oder zu verdammen. Sehr tückisch bei Fragen der Moral oder der Ethik. Es geht hier um Glauben, um ein Weltbild. Oft verteufeln wir gern die Religionen, geben ihnen die Schuld an Kriegen, aber wenn es sie nicht gäbe, würden sich die Menschen wegen anderen Lebenseinstellungen zerfleischen. Bei diesen Themen sind wir nämlich alle sehr sensibel und versuchen unsere Wahrheiten durchzukämpfen.
Ich höre ja gerne beide Seiten an. Versäume es dabei aber oft, zwischen den Stühlen wegzugehen und mich wirklich auf eine Seite zu schlagen. Aber daran arbeite ich, und bei diesen Bemühungen höre ich auf mein Bauchgefühl.
‚Frag dich jeden Tag, was deine Meinung ist und du wirst feststellen, wer du bist‘, sagte mir eine sehr kluge Frau vor ein paar Wochen. Ich befolge das jetzt, was nicht bedeutet, dass ich diese Meinungen nicht doch wieder eines Tages hinterfragen sollte.


So, das war es für diese Woche!



Kommentare

  1. Hallo Sina,

    Vielen Dank für deinen schönen und informativen Beitrag. Ich kann gut verstehen, dass du wegen Krankheit keinen Beitrag schreiben konntest.

    Ich finde es auch besser, wenn man lieber positive self-talk mit sich macht, als ständig über sich und sein Aussehen zu klagen. Manchmal ist es ja auch nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Ich kann es nachvollziehen, versuche aber diese negative Eigenschaft auch abzustreifen. Niemand hört gerne diese Dinge und man selber würde es zu seiner Freundin ja auch nicht sagen. Natürlich ist auch dieser Optimierungszwang und auch dieses Bild von der hübschen Frau und den hübschen Mann, der oder die in den Medien immer präsent steht, ein Grund für solche Reden. Ich finde es sehr schade, dass Brigitte die normalen Models nicht mehr zeigt. Das fand ich echt toll und ein Grund, warum ich vielleicht doch die Zeitschrift weiter bezogen hätte. Ich lese Klatschzeitschriften auch nicht gerne. Wenn dann höchstens solche, die ein positives Selbstbild fördern, z.b. The Flow. Und ansonsten höchstens Zeitschriften, die Reisen, Essen oder Bildung fördern.

    Ich habe kürzlich das Buch The Cult of Dissatisfacation gelesen und kenne es auch aus eigener Erfahrung, dass diese persönlichen Hassreden an sich selbst, sehr beliebt sind. Das war geradezu ein Wettbewerb in der Schule und wenn man wie ich nicht mitgemacht hat und meinte, dass man sich selber mehr schätzen sollte, war man gleich unbeliebt. Denn diese Kommentare waren selten ernstgemeint und mehr fishing for compliments. Außerdem machen sich ja besonders junge Mädchen und Frauen auch gerne gegenseitig mit solchen "Spielen" gegenseitig fertig, statt sich gegenseitig beizustehen. Weil wenn du etwas negativ über dich äußerst und dir niemand antwortet:"Ach das stimmt doch nicht! Mach dich nicht so fertig...", dann weißt du genau, in welcher Rangfolge du bist. Daher sind dies meistens nur Machtkämpfe. Ich habe diese Mobbingtaktiken von jeher gehasst, weshalb ich nie damit gemacht habe. Leider stempelt man sich dann schnell als Außensseiter ab, weil Mobben und Kritik immer noch sehr beliebt ist.

    Ich mag das Sprichwort "Eigenlob stinkt" gar nicht. Das ist genauso schlimm als einen Kind zu sagen, seine Fähigkeiten runterzuschrauben, nur damit die anderen sich nicht schlecht fühlen. Niemand wird durch das eine oder andere Lob gleich zum Angeber und trotzdem wird das so assoziert. Und viele zügeln das (Eigen-)Lob und kritisieren lieber. Und das obwohl positive Affirmationen doch auch wissenschaftlich besser wirksam sind als Kritik (man denke nur an das Clickertraining bei Hunden, was viel besser wirkt als nur Schimpfen und Tadelei).

    Diese furchtbare Zeitschrift die ganz normale Waden als Schenkenschande betitelt, ist selber eine Schande. Ich werde so wütend bei solchen Artikeln. :(

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  2. Wobei ich niemanden mit den negativen self talk so nerven will. Wenn ich Selbstzweifel habe, tendiere ich eher mich zurückzuziehen.

    Ich finde normale oder plus size Models viel schöner als Models, die abgemagert aussehen. Aber ich habe noch nie richtig das typische Schönheitsideal gemocht. So finde ich Männer mit zu vielen Muskeln als unattraktiv. Ich verstehe zwar den psychologischen Grund, aber das wars auch. Ich finde die persönliche Ausstrahlung und Charakter auch wichtig.

    Meistens sind Stars ohne viel Makeup ja auch natürlicher und schöner. Ich bin auch eher der Fan von dezenten Make up, wobei ich stärkes Make-up natürlich auch als Kunst sehen kann. Nur persönlich finde ich es besser, wenn die Person nicht zu sehr verändert wird in ihrem Aussehen.

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  3. Mit den Mayas und den chinesischen Frauen finde ich ganz schlimm! Selbstwert ist wirklich eins der wichtigsten Lektionen, die man lernen kann. Aber es wird ja schon Kindern gerne beigebracht sich schlecht in ihrer Haut zu fühlen und meistens sind daran die Gespräche im Elternhaus Schuld. Selbst wenn man seinen eigenen Kind sowas nicht beibringt, kann es jedoch passieren, dass andere Mitschüler dies dem Kind beibringen. Ich kann mich daran erinnern, dass der Optimierungszwang der Promis und z.B. Fettabsaugung schon im Kindergarten bekannt waren...;(

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  4. Ich finde es echt daneben, wie "Fitnessgurus" anderen Frauen einreden, das sie sich schlecht fühlen müssen, wenn sie nicht gleich gertenschlank nach einer Schwangerschaft sind.

    Momente wie ein Sonnenaufgang, ein leckeres Essen, das Zusammensein mit den Lieben werden immer viel zu sehr hingenommen. Dabei sollten wir solche Momente feiern und uns daran erfreuen. Zeigen sie uns doch wir sind am Leben.

    Ich empfinde Kirchen und Schlösser auch sehr eindrucksvoll. Der Blick von einem Berggipfel aus, ist atemberaubend. Das ging mir z.B. auf Gibraltar und in Paris in der Notre Dame Kirche so ❤❤❤.

    Ich liebe Geschichte aus diesem Grund ❤😀. Und Kunst und Fotographien oder auch ein Spaziergang in der Natur ist eine wahre Wohltat für mich ❤❤.

    Ich mag auch das Gefühl, dass schon so viel passiert ist auf unserer Erde und unserem Universum. Und das wir nur ein kleiner Teil sind ❤. Diese Naturdokus, in dem es vor allem um das Fressen und Gefressen werden geht, kann ich auch schlecht ansehen. :(

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  5. Die Geschichte von Bette Davis, Maria Carlas, Oscar Wilde und Leonardo Da Vince finde ich sehr inspirierend. Danke fürs Teilen. ☺

    Wir sind ja auch alle einzigartig und es ist wichtig, dass wir uns das und anderen auch immer wieder begreiflich machen.

    Lola Montez hat wirklich eine spannende Bio 😀.

    Vielleicht war der Dolch dann noch ein bisschen zu männlich und der zierliche Brieföffner sollte ihre Weiblichkeit betonen und es damit skandalöser zu machen ;).

    Mythen faszinieren ja auch sehr und stellen so schön sinnbildlich unsere Stärken und Schwächen dar 😀❤😊.

    Ich bin auch nicht der Typ, der eine einzige Wahrheit duldet. Das hat mich auch immer ein wenig gestört an den Philosophen, das sie eine zweite Meinung nicht akzeptieren. Es ist doch schön, dass alle eine andere Definition von Schönheit haben und wir nicht alle denselben Glauben etc haben. Das wäre auch fürchterlich langweilig und würde mich enttäuschen. Ich mag auch den Gedanken nicht, dass man behauptet, die einzige Wahrheit zu kennen. Ich mag die Vielfalt in der Natur, weshalb ich sie in den Künsten und Geisteswissenschaften auch schätze.

    Na ja, wie du schon in einem früheren Post beschrieben hast, wir suchen uns Vorbilden und machen nach. Daher nehmen wir ihre Idee und ihre Ideale geradzu aus der Luft und gebrauchen sie selbst. Was nicht da ist, kann man nicht entnehmen. So denke ich mir das jedenfalls.

    Ich glaube nicht, dass es dich disqualifiziert, dass du dir Fragen stellst und nicht alles so hinnimmst. Im Gegenteil. Manche Philosophen waren ja auch die Elite und in Philosophie-Clubs, weshalb sie sich von anderen auch durch Gruppenzwang und Rangordnung absetzen mussten. Du musst deshalb deine Sicht nicht einschränken, nur um aufgenommen zu werden. Es war nur besonders früher so üblich, dass man sich gemeinsam traf und auch seine Mitglieder einschränkte. Das ist ähnlich mit der Weisheit, die angeblich und vorwiegend nur alte Männer haben. Was ist aber mit Momo von Michael Ende oder den Kleinen Prinzen? Waren die nicht auch weise, obwohl sie so jung waren. Und ist nicht vieles was sie sagen, voller Weisheit, aber auch mit vollem Herzen und einer uneingeschränkten Sicht verbunden?

    Ich hinterfrage meine Ansichten auch gerne und adde hier oder füge da hinzu oder überdenke meine Ansichten.

    Religion ist selten ein Grund. Meistens ist es doch das Geld und die Macht, die man besitzen will und das Ansehen, was man haben möchte. Ich bin auch leider der Überzeugung, dass auch wenn die Hautfarbe sich so vermischen sollte in der ganzen Bevölkerung, dass es keine "Rassen" mehr gibt und auch wenn man an nichts glauben würde, die Menschen trotzdem einen Grund finden werden, sich an den Kragen zu gehen. Denn, wenn jemand einen Grund sucht, findet er ihn oder sie den meistens.

    Ich denke, ein offenes Ohr und Verständnis und Toleranz für seine Mitmenschen zu haben, ist sas Wichtigste. Wobei ich nicht alles hinnehmen muss oder so sehen sollte, wie jeder andere, da unsere Einzigartigkeit und Vielfalt ein Geschenk ist.

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    1. Ganz lieben Dank für deine Kommentare! Danke außerdem, dass du deinen Ayurveda Kurs erwähntest in einem früheren Kommentar. Ich habe mich damit jetzt noch einmal genauer auseinandergesetzt und werde mal schauen, ob ich damit vielleicht meine Allergie in den Griff bekomme.

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    2. Hallo Cassandra, hoffe es wird dir bald besser gehen. Meine Mom hat auch viel mit Allergien zu kämpfen. Ich kann das also sehr gut verstehen. Ich habe dir auch noch ein paar Unterlagen zum Ayurveda Kurs losgeschickt. Es ist auch ein Fragebogen dabei, damit man sich besser in die indische Ernährungsgruppe einordnen kann. Vielleicht können dir die Kopien helfen. Sollte demnächst mit der Post ankommen. Allerdings muss man dabei beachten, dass das alles langfristig besser klappt und man viel Geduld haben muss, um Ziele zu sehen. Das vergesse ich auch immer mal wieder. Ich dachte nur, es ist besser dies mal zu erwähnen, als sich später vielleicht zu ärgern oder zu fragen, warum es nicht weitergeht. Liebe Grüße auch an deine Mutter und an Emmi ❤❤❤ Butterfly

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